Entwurf für Frau Niemann-Stirnemann – An den gelb markierten Stellen habe ich Fragen an Sie notiert.

Karriere & Erfolge

1983 bis 2005

22 Jahre Eisschnelllauf, vier Olympische Spiele, 159 Weltcuprennen – ein Überblick über die Laufbahn von Gunda Niemann-Stirnemann.

Werdegang

Zeitstrahl

Von der Leichtathletin an der Erfurter Sportschule zur erfolgreichsten Langstreckenläuferin ihrer Zeit – und weiter an die Bande.

Schwarz-Weiß-Foto: Gunda Kleemann im Rennanzug auf dem Eis, sie winkt lachend
Gunda Kleemann bei den DDR-Einzelstreckenmeisterschaften in Berlin, 11. Dezember 1988. Foto: Klaus Oberst / Bundesarchiv, Bild 183-1988-1211-006, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons
Junge Gunda Niemann mit lockigem blondem Haar in rotem Pullover und blauem Schal
Gunda Niemann in Inzell (Aufnahmedatum nicht angegeben). Foto: UweFan, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons
  1. 1966

    Geboren in Sondershausen

    Am 7. September 1966 als Gunda Kleemann in Sondershausen (Thüringen) geboren.

  2. 1981

    Sportschule Erfurt

    Wechsel als Leichtathletin an die Kinder- und Jugendsportschule Erfurt; 1982 DDR-Meisterin ihrer Altersklasse über 300 Meter Hürden.

  3. 1983

    Wechsel zum Eisschnelllauf

    Um an der Sportschule bleiben zu können, wechselt sie zum Eisschnelllauf – und muss das Laufen auf Schlittschuhen erst lernen. Verein: SC Turbine Erfurt, ab 1989 ESC Erfurt.

  4. 1987

    Weltcup-Debüt

    Am 22. November 1987 läuft sie in ihrem ersten Weltcuprennen über 3000 Meter auf Platz zwei.

  5. 1988

    Erste Olympische Spiele

    In Calgary zweimal Siebte (1500 und 5000 Meter); im Weltcup in Berlin feiert sie im November ihre ersten beiden Siege.

  6. 1989

    Erster internationaler Titel

    Mehrkampf-Europameisterin in Berlin.

  7. 1990

    Erster Weltrekord

    Am 9. Dezember 1990 in Calgary über 3000 Meter in 4:10,80 Minuten.

  8. 1991

    Weltmeisterin im Mehrkampf

    Erster von acht WM-Titeln im Mehrkampf (Hamar).

  9. 1992

    Doppelgold in Albertville

    Olympiasiegerin über 3000 und 5000 Meter, Silber über 1500 Meter. Das 3000-Meter-Gold ist die erste Goldmedaille einer deutschen Athletin nach der Wiedervereinigung.

  10. 1994

    Lillehammer

    Nach einem Sturz über 3000 Meter gewinnt sie Bronze über 1500 und Silber über 5000 Meter.

  11. 1995

    Europa- und Weltmeisterin mit allen Streckensiegen

    Europa- und Weltmeisterin im Mehrkampf mit jeweils vier Streckensiegen; ARD-Sportlerin des Jahres und erster von drei „Eis-Oscars“ in Folge.

  12. 1998

    Drittes Olympiagold in Nagano

    Gold über 3000 Meter bei einem deutschen Dreifachsieg, Silber über 1500 und 5000 Meter. Fahnenträgerin bei der Schlussfeier; Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt.

  13. 1999

    Eisschnellläuferin des Jahrhunderts

    Auszeichnung bei der IJsgala in Heerenveen.

  14. 2001

    19. WM-Titel, 18. Weltrekord

    Weltmeisterin über 5000 Meter in Salt Lake City in Weltrekordzeit (6:52,44 Minuten). Die Eisschnelllaufhalle in Erfurt erhält ihren Namen.

  15. 2003

    Rückkehr nach der Babypause

    Mit ihrem 34. nationalen Titel qualifiziert sie sich erneut für den Weltcup.

  16. 2005

    Karriereende

    Am 27. Oktober 2005 erklärt sie wegen anhaltender Rückenbeschwerden ihren Rücktritt.

  17. 2009

    Diplom-Trainerin

    Abschluss des 2006 begonnenen Studiums an der Trainerakademie Köln.

  18. 2019

    Hall of Fame des deutschen Sports

    Als erste Eisschnellläuferin in die Hall of Fame aufgenommen.

  19. 2020

    Trainerin bei der DESG

    Trainingskoordinatorin des Frauen-Nationalkaders, ab September Mitglied der Trainerkommission des Verbands.

Olympische Winterspiele

Vier Spiele, acht Medaillen

Von 1988 bis 1998 gehörte Gunda Niemann-Stirnemann bei vier Olympischen Winterspielen in Folge zum Aufgebot – erst der DDR, ab 1992 des vereinten Deutschlands.

3Gold
4Silber
1Bronze
  1. 1988

    Calgary Kanada

    für die DDR

    • Ohne Medaille

    Olympia-Debüt mit 21 Jahren: jeweils Platz 7 über 1500 und 5000 Meter.

  2. 1992

    Albertville Frankreich

    für Deutschland

    • Gold über 3000 Meter
    • Gold über 5000 Meter
    • Silber über 1500 Meter

    Zwei Olympiasiege und Silber – die erste Goldmedaille einer deutschen Athletin nach der Wiedervereinigung.

  3. 1994

    Lillehammer Norwegen

    für Deutschland

    • Silber über 5000 Meter
    • Bronze über 1500 Meter

    Silber und Bronze; über 3000 Meter nach einem Sturz disqualifiziert.

  4. 1998

    Nagano Japan

    für Deutschland

    • Gold über 3000 Meter
    • Silber über 1500 Meter
    • Silber über 5000 Meter

    Drittes Olympiagold, zweimal Silber – und Fahnenträgerin der deutschen Mannschaft bei der Schlussfeier.

Alle Platzierungen als Tabelle
Platzierungen bei Olympischen Winterspielen. 1994 über 3000 m nach Sturz disqualifiziert.
JahrOrt1500 m3000 m5000 m
1988Calgary7.–7.
1992AlbertvilleSilber (Platz 2)Gold (Platz 1)Gold (Platz 1)
1994LillehammerBronze (Platz 3)disq.Silber (Platz 2)
1998NaganoSilber (Platz 2)Gold (Platz 1)Silber (Platz 2)

Weltmeisterschaften

19 Weltmeistertitel

Acht Titel im Mehrkampf und elf bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften, die 1996 erstmals ausgetragen wurden.

Mehrkampf-WM: 12 Teilnahmen, 8 Titel
JahrOrtErgebnis
1989Lake PlacidSilber (Platz 2)
1990Calgarynicht klassiert
1991HamarGold (Platz 1)
1992HeerenveenGold (Platz 1)
1993BerlinGold (Platz 1)
1995Tynset (Savalen)Gold (Platz 1)
1996InzellGold (Platz 1)
1997NaganoGold (Platz 1)
1998HeerenveenGold (Platz 1)
1999HamarGold (Platz 1)
2000MilwaukeeSilber (Platz 2)
2001Budapestnicht klassiert
Einzelstrecken-WM: 11 Titel (n. a. = nicht angetreten)
JahrOrt1500 m3000 m5000 m
1996Hamarn. a.Gold (Platz 1)–
1997WarschauGold (Platz 1)Gold (Platz 1)Gold (Platz 1)
1998CalgarySilber (Platz 2)Gold (Platz 1)Gold (Platz 1)
1999HeerenveenSilber (Platz 2)Gold (Platz 1)Gold (Platz 1)
2000Nagano–Silber (Platz 2)Gold (Platz 1)
2001Salt Lake City–Gold (Platz 1)Gold (Platz 1)
2004Seoul–5.4.

Europameisterschaften & Weltcup

Acht Europameistertitel

Bei 13 Mehrkampf-Europameisterschaften gewann Gunda Niemann-Stirnemann achtmal Gold.

Weltcup

Zwischen November 1987 und Februar 2004 startete sie in 159 Weltcuprennen: 98 Siege, 131 Podestplätze. Von März 1992 bis Januar 1994 gewann sie 21 Rennen in Folge. Dazu kommen 19 Gesamtweltcupsiege.

Deutsche Meisterschaften

34 nationale Titel – 9 DDR-Meisterschaften bis 1990 und 25 im vereinten Deutschland.

Mehrkampf-EM: 13 Teilnahmen, 8 Titel
JahrOrtErgebnis
1988KongsbergSilber (Platz 2)
1989Berlin (West)Gold (Platz 1)
1990HeerenveenGold (Platz 1)
1991SarajevoGold (Platz 1)
1992HeerenveenGold (Platz 1)
1993Heerenveen6.
1994HamarGold (Platz 1)
1995HeerenveenGold (Platz 1)
1996HeerenveenGold (Platz 1)
1997HeerenveenSilber (Platz 2)
1999Heerenveen4.
2000HamarSilber (Platz 2)
2001Baselga di PinéGold (Platz 1)

Weltrekorde

Auf die Hundertstel

Zwischen 1990 und 2001 stellte sie 18 von der ISU anerkannte Weltrekorde auf – je sieben über 3000 und 5000 Meter, vier im Kleinen Vierkampf. Hinzu kommt eine Bestzeit über 10.000 Meter, die der Weltverband nicht offiziell führt.

Weltrekorde von Gunda Niemann-Stirnemann. Kursiv: 10.000 m, nicht offiziell von der ISU anerkannt.
Nr.DisziplinZeit / PunkteDatumOrt
13000 m4:10,8009.12.1990Calgary
25000 m7:13,2906.12.1993Hamar
3Kleiner Vierkampf167,282 Pkt.09.01.1994Hamar
43000 m4:09,3225.03.1994Calgary
55000 m7:03,2626.03.1994Calgary
–10.000 m14:22,6027.03.1994Calgary
6Kleiner Vierkampf165,708 Pkt.16.02.1997Nagano
73000 m4:07,8007.12.1997Heerenveen
83000 m4:05,0814.03.1998Heerenveen
9Kleiner Vierkampf163,020 Pkt.15.03.1998Heerenveen
103000 m4:01,6727.03.1998Calgary
115000 m6:58,6328.03.1998Calgary
125000 m6:57,2407.02.1999Hamar
13Kleiner Vierkampf161,479 Pkt.07.02.1999Hamar
145000 m6:56,8416.01.2000Hamar
153000 m4:00,5130.01.2000Calgary
165000 m6:55,3425.11.2000Heerenveen
173000 m4:00,2617.02.2001Hamar
185000 m6:52,4410.03.2001Salt Lake City

Ehrungen

Auszeichnungen

  • 1995ARD-Sportlerin des Jahres (Zuschauerwahl)
  • 1995–97Oscar Mathisen Memorial Trophy („Eis-Oscar“) dreimal in Folge – als erste Frau
  • 1995–2000Sechsmal Thüringer Landessportlerin des Jahres
  • 1998Ehrenbürgerin der Stadt Erfurt
  • 1998Goldene Henne in der Kategorie Sport
  • 1999Eisschnellläuferin des Jahrhunderts (IJsgala Heerenveen)
  • 2001Namensgeberin der Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle in Erfurt
  • 2019Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports